Bon Jovi steht hier Rede und Antwort zum neuen Album "Lost Highway", der Single und zum Video:
Über die Single
Wo hast du den Song "(You Want To) Make A Memory" geschrieben?
Hast du diesen Song mit Jemandem geschrieben?
Handelt der Song von jemand Besonderem
Dieser Song folgt der Bon Jovi-Tradition, mit der sich Leute verschiedenen Alters identifizieren können. War das auch die Intention?
Über das Video
Wie ist das Video Konzept?
Wo habt ihr gefilmt?
Wer war der Regisseur und wie war es, mit ihm zu arbeiten?
Über das Album
Beschreibe das Konzept des Albums.
Was bedeutet der Titel des Albums?
Welcher ist dein persönlicher Lieblingssong des Albums?
Wie war es, mit John Shanks und Dann Huff zu arbeiten?
Charity
Du bist erst kürzlich Botschafter der "Habitat for Humanity" geworden. Kannst du uns etwas über dein Engagement bei RSVP und Philly Soul erzählen?
Im Nachfolgenden gibt es die Übersetzung zu den einzelnen Fragen:
INTERVIEW Jon
A. Über die Single
Frage: Wo hast du den Song "(You Want To) Make A Memory" geschrieben?
Jon: Dieser Song ist wirklich hier in Nashville entstanden. Geschrieben wurde er dann in Los Angeles. Also am ersten Tag haben wir ihn hier in Nashville begonnen und ich habe dann am zweiten Tag ziemlich hart an den Lyrics gearbeitet. Aber wie gesagt, inspiriert wurde ich dazu hier in Nashville.
Frage: Hast du diesen Song mit Jemandem geschrieben?
Jon: Ja, das stimmt, dieser Song ist in Zusammenarbeit mit Richie und Desmond Child entstanden. Wir Drei haben ziemlich viele gute Songs geschrieben in den letzten Jahren.
Frage: Ist jemand Bestimmtes in dem Song gemeint?
Jon: Nein, nein, in dem Song geht es nicht um eine bestimmte Person. Wirklich nicht.
Frage: Dieser Song folgt der Bon Jovi-Tradition, mit der sich Leute verschiedenen Alters identifizieren können. War das auch die Intention?
Jon: In all den Jahren haben wir unsere Songs eigentlich in erster Linie für uns geschrieben. Aber wir haben erkannt, dass viele Menschen ähnliche Situationen erleben wie wir. Und darüber sind wir sehr froh.
Ein Songwriter hat die Möglichkeit, jeden Tag eine neue Seite ins Tagebuch zu schreiben. Einfach über das Leben. Und die meisten Menschen führen ein ähnliches Leben, egal, ob sie aus Japan, Deutschland, England oder Amerika kommen.
B. Über das Video
Frage: Welches Konzept hattet ihr für das Video?
Jon: Ein Konzept für ein Video… Das ist nie eine leichte Aufgabe. Aber wir haben das zusammen erarbeitet: Kevin als Regisseur, der Produzent, ich und mein Manager. Make A Memory hat einen sehr ausdrucksvollen Text. Das sollte auch irgendwie im Video rüberkommen. Es ist wirklich in Anlehnung an ein paar Filme entstanden: Ghost und The Sixth Sense. Die Idee ist: Da waren zwei Leute zusammen und sie sind es jetzt nicht mehr, aus welchen Gründen auch immer. Ich komme also nur als Geist vor in dem Video. (Scherzhaft:) Im Grunde so, wie ich jetzt dieses Interview gebe: nur als Erscheinung…
Frage: Welchen Drehort habt ihr für das Video ausgesucht?
Jon: Wir sind hier in Nashville und drehen unser Video. Das hier ist ein Club namens „Leyla“. Er liegt direkt neben einem ziemlich berühmten Ort: Als ich zum ersten Mal hierher nach Nashville kam, nannte man ihn „The Third Coast“ („Die Dritte Küste“). Das ist jetzt gut 20 Jahre her. Berühmte Songwriter wie Hank Williams kamen hierher. Es war wirklich eine sehr bekannte Bar, da haben sich viele Songwriter getroffen. Einfach ein Ort der Zusammenkunft. Das ist lange her. Aber wir drehen direkt daneben unser Video.
Frage: Wer war der Regisseur und wie war es, mit ihm zu arbeiten?
Jon: Kevin Kerslake hat zum ersten Mal mit uns gearbeitet. Das war eine super Zusammenarbeit während der ganzen Zeit. Er hat wirklich verstanden, welche Vision wir von der Story in dem Video hatten. Mit Daniel Pearl, „D.P.“, haben wir ja schon früher gearbeitet, z.B. hat er „Blaze of Glory“ und „Bed of Roses“ gedreht. Er kennt die Band seit Jahren und wusste genau, worum es uns ging bei dem Video. Das war einfach fantastisch!
C. Über das Album
Frage: Kannst du was zum Konzept des Albums des Albums sagen? Wie ist es überhaupt dazu gekommen?
Jon: Das Konzept von „Lost Highway“? – Es geht um Freiheit. Um Liebe. Um Verlust. Aber hauptsächlich um Freiheit. Wir kamen hierher um eine Bon Jovi Platte mit Nashville Einflüssen zu machen. Wir haben das in Zusammenarbeit mit dem Mercury Nashville Label und Island Def Jam gemacht.
Freiheit zu haben ist für einen Künstler ein großes Geschenk. Wenn du ein etablierter Künstler bist und schon lange dabei bist, dann wirst du leicht in eine Schublade gesteckt. Es werden bestimmte Formate von den Radio- und Videosendern erwartet. Mit „Who Says You Can’t Go Home“ haben wir neue Türen aufgestoßen. Der Song war ja auf dem letzten Album, Have A Nice Day, und wir hatten ziemlich großen Erfolg damit. Das hat uns inspiriert hierher nach Nashville zu kommen und das Album „Lost Highway“ zu machen.
Frage: Was bedeutet der Titel für dich?
Jon: Der Titel „Lost Highway“ drückt einfach das generelle Gefühl von Freiheit aus. „Nicht wissen, wo du hingehst und nicht wissen, wo du warst“ – sozusagen.
Es geht einfach darum, in den Moment einzutauchen, sich umzusehen, Erinnerungen zu sammeln und sie niederzuschreiben.
Frage: Das Album ist ja jetzt fertig. Welcher Song ist dein Favorit?
Jon: Ich tu mich sowieso schwer damit einen Lieblingssong aus einem Album zu nennen. Besonders jetzt fällt es mir schwer, weil das Album ja gerade erst fertig geworden ist. Ich brauche immer 1, vielleicht sogar 2 Jahre um objektiv über meine Alben zu urteilen. Man ist ja noch so nah an jedem Ton, so sehr in jeden Teil des Entstehungsprozesses involviert, man kann da nicht objektiv sein.
Wissen Sie, es sagt ja auch niemand über die eigenen Kinder, dass sie hässlich sind… (lacht). Ist wirklich nicht leicht.
Frage: Wie war die Zusammenarbeit mit John Schanks und Dan Huft?
Jon: Das Produktionsteam für diese Platte war super. Auf der einen Seite Jon Schanks, der ja schon „Have A Nice Day“ produziert hat und jetzt zur Hälfte „Lost Highway“. Und die zweite Hälfte hat Dan Huft übernommen. Er war schon an dem Song „Who Says You Can’t Go Home“ beteiligt, also das war so eine Art Co-Produktion, indem er den Part von Jennifer Nettes und auch die Country Version produziert hat.
Das war einfach eine tolle Zusammenarbeit. Beide haben sehr viel beigetragen. Sie haben das Ganze aufregend und mitreißend gestaltet.
CHARITY
Frage: Du bist kürzlich zum Botschafter für Habitat for Humanity ernannt worden. Kannst du uns etwas über dein Engagement bei RSVP und Philly Soul erzählen?
Jon: Die Philadelphia Soul Foundation – das ist die karitative Abteilung meines Arena Football Teams – engagiert sich sehr stark im Bereich „Affordable Housing“ (Finanzierbarer Wohnraum für sozial Schwache).
Und ich bin ja erst kürzlich zum Botschafter für Habitat for Humanity ernannt worden. Wir haben im letzten Jahr 49 Häuser gebaut. Jetzt kommt Phase 2. Ich hoffe sehr, dass wir die Leistungen des letzten Jahres wieder schaffen oder vielleicht sogar übertreffen können.
Ich glaube ganz fest daran, dass man finanzierbaren Wohnraum zur Verfügung stellen muss. Aber ohne Berufsausbildung und entsprechende Angebote können wir Armut nicht wirksam bekämpfen.
Wir, das Soul Team, fokussieren unsere philanthropischen (menschenfreundlichen) Bemühungen in das Habitat Projekt. Das tun wir gemeinsam mit den „Habitat“, einer Organisation hier in Philadelphia namens „Project Home“ und Help USA.
Making Of Lost Highway
Hier könnt ihr euch anschauen, was Bon Jovi über die Entstehung ihres neuen Albums "Lost Highway" erzählen und die Übersetzung gibt's untenstehend auch gleich dazu:
Jon: Wir hatten riesigen Erfolg mit Who Says You Can’t Go Home. Immerhin waren wir damit die erste Rockband, die eine Nr. 1 Single in den Country Charts schaffte.
Richie: Das war das erste Mal, dass wir ein Duett gemacht haben. Wir haben einfach versucht etwas Neues auszuprobieren. Wenn man als Band 25 Jahre Musik macht, will man immer etwas anderes machen.
Jon: Das war einer der größten Country Songs im letzten Jahr. Wir haben sogar den Grammy gewonnen, den People’s Choice Award. Ich habe schon immer die Inhalte des Nashville Songwritings geliebt. Ich komme ja schon seit 20 Jahren hierher.
Richie: Jon und ich kamen hierher um zu schreiben, einfach um unseren Stil mit Nashville zu kombinieren. Für uns war das so eine Art natürlicher Fortschritt.
Jon: Wir dachten, warum machen wir eigentlich nicht ein ganzes Album in dem Stil? Als wir herkamen, hatten wir weder einen Song, noch eine Idee wie das Album wird.
Richie: Als wir anfingen an dem Album zu arbeiten wussten wir überhaupt nicht, was dabei rauskommt. Ob nun Country, Rock ’n Roll oder was ganz anderes. Aber es passte alles und lief ziemlich gut.
Jon: Man wird einfach durch die ganze Szene hier inspiriert, das wussten wir. Wenn man hier in eine Bar geht, trifft man überall gute Songwriter. Das ist einfach ansteckend. Es ist eine Musikstadt. Und die Leute hier verkörpern das auch.
Richie: Nashvile ist wahrscheinlich die Nummer 1 Stadt, wenn es um Musik geht. Egal ob Country oder andere Richtungen.
Jon: Ich habe einfach die Zusammenarbeit mit so vielen unterschiedlichen Menschen geliebt, das Songwriting und all das.
Richie: Jetzt, wo die Aufnahmen fertig sind, würde ich rausgehen und mit jeder Band in der Stadt spielen. Ich hatte eine super Zeit hier, habe die ganze Atmosphäre genossen. Es ist wirklich eine Musik- und Songwriter Gemeinschaft.
Jon: Wir wussten nicht, welche Richtung wir einschlagen würden. Wir hatten Songs, die extrem Country lastig waren und solche, die eher in Richtung Hard Rock gingen. Wir mussten irgendwie ein Album machen, dass eine Aussage enthält. Ohne Kompromisse oder am Ende wie ein sinnloses Abenteuer zu wirken.
Als ich den Leuten erzählte, hey, wir gehen nach Nashville und machen ein Country Album, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Die Wahrheit ist: Wir haben ein Bon Jovi Album mit Nashville Einflüssen gemacht.
Richie: Die Songwriter hier in Nahsville sind Storyteller: Sie erzählen Geschichten über echte Menschen. Nichts anderes haben wir in New Jersey getan. Darum war es auch so leicht für uns in diese Gemeinschaft einzutauchen und mit den Songwritern zu arbeiten.
Jon: Make A Memory – das war ein magischer Moment. Wie wir den Song aufgenommen haben? Ich saß allein in der Kabine mit einer Akkustik Gitarre und spielte vor mich hin. Ich schrieb die Musik und der halbe Titel kam einfach so. Ich schrieb mit Richie und Desmond. Von Anfang an, also vom Moment der Aufnahme bis zum Gesang wussten wir, dass wir da etwas ganz Besonderes haben.
Richie: Wir lieben diesen Song einfach, so viel ist sicher. Zum jetzigen Zeitpunkt unserer Karriere können wir einfach Mal Dinge etwas anders machen.
Jon: Wann immer du ein Album machst, du willst ihm eine Stimme geben. Nach der letzten Tour gab es nicht wirklich viel, worüber wir reden konnten. Aber als wir hierher kamen, fingen wir an zu kanalisieren. Auch das, was Richie gerade persönlich durchmachte. Wir ließen die Tour hinter uns. Wir bekamen die künstlerische Freiheit, die wir brauchten, indem wir mit dem Mercury Nashville Label arbeiten konnten. Das hat viel Raum geschaffen für neues Material.
Richie: Mit Dan Huff zu arbeiten, das war einfach toll. Ein großartiger Producer, der zum Top Country Bereich gehört. Aber er hat auch Bands wie Megadeath produziert. Das ist also eine riesige Spannbreite, die er abdeckt.
Jon: Wir haben die Produktion aufgeteilt zwischen Jon Shanks als Band Producer und Dan. Jeder hat 6 Songs produziert. Das war eine perfekte Kombination.
Richie: Ich glaube wirklich, dass diese Art zu arbeiten vielleicht die besten Songs hervorgebracht hat, die diese Band jemals in ihrem Leben gemacht hat. Die Idee ist: Verbinden, Grenzen überschreiten, Songs und Lyrics zusammen bringen. Und darum geht es, wenn man gute Platten machen will.
Jon: Es geht um die neuen Country Sachen. In diese Kategorie fällt das Album. Keith Urban, Sugarland und Big and Rich sind Beispiele dafür.
Richie: Wir haben gerade einen Song mit Lee Ann Rimes hier im Studio aufgenommen. Es ist eine Ballade und für mich klingt sie nach einem großen Hit.
Jon: Bei diesem Song – Till We Ain't Strangers Anymore (Bis wir nicht mehr einsam sind) – wusste ich genau, was ich wollte. Es musste ein Duett sein.
Ich wollte eine Frau – kein Mädchen. Lee Ann Rimes schien uns genau die Richtige zu sein. Also bin ich heute hier in Nashville. Das Album ist so gut wie fertig, aber wir schneiden alles noch Mal neu bei dem Song. Wir haben die Töne und Instrumente so angepasst, dass es ein Kompromiss wird zwischen dem männlichen Gesangspart und ihrer Stimmlage. Aber das Ergebnis zeigt, dass sich die Mühe wirklich gelohnt hat.
Jon: Lost Highway ist der Name des Nashville Labels, das von Luke Louis geleitet wird, dem Chef von Mercury Nashville. Mir gefiel der Name, weil er für mich etwas Bestimmtes bedeutet. Die Idee von Freiheit: Sich auf einen offenen Weg zu begeben, von dem keiner weiß, dass es ihn gibt, nicht Mal ich oder wir. Einschließlich der Reise, auf die wir uns begeben.
Richie: Man muss einfach Gas geben, nicht bremsen – auf dem Lost Highway.
Jon: Diese Texte sind einfach die besten, die wir je geschrieben haben, eine Art Brücke:
Oh patron saint of lonely souls/To tell this boy which way to go/
Guide the car, you got the keys/Farewell to mediocrity
(Oh Schutzpatron der einsamen Seelen/Sag diesem Mann welchen Weg er gehen soll/Lenk den Wagen, du hast die Schlüssel/Abschied von Mittelmäßigkeit)
Es verkörpert genau das, was ich derzeit fühle in meinem Leben. Der Lost Highway: Das ist unser Weg.