Diese Seite benötigt für eine korrekte Ausführung Javascript. Bitte aktivieren Sie Javascript in Ihrem Browser.

Bei Firefox:
Extras->Einstellungen->Inhalt->Javascript aktivieren (ankreuzen)

Bei Internet Explorer:
Extras->Internetoptionen->Sicherheit-Stufe anpassen->Scripting->Active Scripting (auf aktiv stellen)

Bei anderen Browsern nutzen Sie die Hilfe.
Sollten Sie einen Scriptblocker verwenden, erlauben Sie bitte dieser Seite Javascript zu nutzen.

Bon Jovi - Detail - Bon Jovi MTV Unplugged Show New York/Brooklyn 6.6.2007

Texte

16.11.2007

Bon Jovi | Bon Jovi
Bon Jovi
16.11.2007 | Bon Jovi MTV Unplugged Show New York/Brooklyn 6.6.2007

MTV holt „Unplugged“ zurück ins Programm, und es ist kein Wunder, dass Bon Jovi die Ehre haben, als erstes Band das Comeback zu eröffnen. Schliesslich war es der legendäre Auftritt von Jon Bon Jovi und Richie Sambora bei den 1989 MTV Music Awards, der die beliebte Live-Serie inspirierte. 18 Jahre später, an einem traumhaften Juniabend in New York, liessen 300 aufgeregte Fans die Manhattan Skyline hinter sich und fanden den Weg nach Brooklyn, um in einem Studio am East River bei der Aufzeichnung von „Bon Jovi Unplugged“ dabei zu sein. Sie waren aus aller Welt angereist und platzten vor Fragen: wie Country-lastig ist das neue Bon Jovi-Album wirklich? Was machen die Geigen auf der Bühne?, wollte ein beligscher Fan wissen. Neben ihm staunten zwei japanische Girls über die imposante Pedal-Steel-Gitarre. Hinten wurde sogar gemunkelt, dass die Dixie Chicks heute abend als Special Guests vorbeikommen. Aber nicht nur die Fans waren aufgeregt.

„Danke, dass ihr heute abend nach Brooklyn gekommen seid“, begrüsste uns ein gut gelaunter Jon Bon Jovi und schaut etwas nervös in die intime Runde, als er die vielen Kameras sieht. Es ging los mit „Who Says You Can’t Go Home“, dem Song, mit dem Bon Jovi letztes Jahr in Nashville einen Country-Hit landeten – als Duet mit Sugerland-Sängerin Jennifer Nettles – und Gerüchte über einen möglichen Stilwechsel entfachten. Neben Jon und Richie, David Bryan, Tico Torres und Hugh McDonald standen, oder sagen wir besser sassen, vier weitere Musiker auf der kleinen Bühne (ein Gitarrist, ein Hammond-Orgelspieler und ein Pedal-Steel-Gitarrist), allen voran die elfenartige Geigerin Laurenza Ponce, die bei fast jedem Song dabei war. Bon Jovi mit neun Musikern? Das war ein neuer Anblick für die Fans, einer, der an eine andere grosse Rocklegende aus dem Garden State erinnerte, die seit Jahrzehnten mit einer Geigerin und zwei Tastenmännern rockt: Bruce Springsteens E-Street Band.

Wer hungrig auf neue Songs war, wurde sofort mit dem treibenden „Whole Lot Of Leaving“ belohnt – typisch Bon Jovi, nur etwas erwachsener und noch ehrlicher, gefolgt vom Titelsong des neuen Albums, der vertraute Hey-Hey-Heys mit erprobten Highway-Metaphern verschmelzen lässt. Unsere Jungs aus New Jersey stellten an diesem Abend noch fünf weitere Tracks aus „Lost Highway“ vor: “(You Want To Make) A Memory”, „The Last Night“, „We Got It Goin’ On“, „Any Other Day“ und „Till We Ain’t Strangers Anymore“. Viele ihrer bekannten Hits wurden so gespielt, wie sie auf dem Akustik-Album “This Left Feels Right” (2004) zu finden sind (“Keep The Faith”, “Born To Be My Baby”, “You Give Love A Bad Name”, „It’s My Life“), weitgehend unverändert, aber an Überraschungen fehlte hes trotzdem nicht.

Für grosse Augen und Gänsehaut-Feeling sorgte ein meditatives Cover von Leonard Cohens ergreifender Pianoballade „Hallelujah“, bei dem Jon brillierte und Richie seinen Frontmann nur mit Gesang begleitete, ohne Gitarre, sitzend und mit geschlossenen Augen. Es sind gerade diese stillen Momente, in denen sich die Stimmen von Jon und Richie perfekt ergänzen und verbrüdern, die die ungebrochene Anziehungskraft von Bon Jovi ausmachen. Wie zu erwarten, gab es einige dieser magischen Jon-und-Richie-Momente: zu zweit sangen sie eine bewegende Version von „Livin’ On A Prayer“, nur von einem kleinen Sinfonieorchester begleitet, das mit spannungsgeladenen rhythmischen Streicher-Riffs die Story von „Tommy“ und „Gina“ untermalte.

Nach sorgfältig arrangierten Bandversionen standen sie immer wieder alleine auf der Bühne: Jon und Richie, zwei alte Freunde aus New Jersey mit zwei Gitarren in der Hand und einigen Hits in der Tasche. Als Duo performten das oft vergessene aber nicht zu unterschätzende „Someday I’ll Be Saturday Night“ und natürlich „Wanted Dead Or Alive“, der Song, mit dem „alles“ anfing, als sie ihn laut Jon „barfuss und mit Fieber“ bei den 1989 MTV Awards so spielten, als würden sie zu hause im Wohnzimmer einfach nur jammen. Hier offenbart sich auch nach 25 Jahren das Erfolgsrezept der Band, das jede Trends zu überdauern scheint: gute Songs, einfache Geschichten und starke Hooks, die immer noch mitreissen, wenn sie auf zwei Klampfen gespielt werden, ob in einem ausverkauften Olympiastadion oder vor nur 300 Fans.

„Im Fernsehen sieht das alles immer so einfach aus“, grinste Jon und entschuldigte sich für eine kleine Aufnahmepause, die die Fans genossen, denn es war aufregend genug, Bon Jovi hautnah bei der Arbeit zuzusehen. „Die können dich auch viel grösser aussehen lassen“, lachte er über sich selbst. „Ach nur deshalb müssen wir hier alle rumsitzen!“, schoss Keyboarder David Bryan hinter dem Piano zurück und erntete damit die grössten Lacher des Abends. Auch Richie war gut drauf, auch wenn es ihm anzusehen war, dass die letzten Monate nicht spurlos an ihm vorbeigegangen sind.

Dass Bon Jovi weiterhin jüngere Generationen beinflussen, wurde klar, als auf einmal Tyson Ritter und Nick Wheeler von der Teenieband The All-American Rejects auftauchten und „It’s My Life“ anstimmten. Der Sänger und Gitarrist der Punkband aus Oklahoma sind bekennende Bon Jovi-Fans, und es war ihnen die Nervösität anzusehen, als sie mit ihren Idolen auf der Bühne war. Aber es stand noch ein andere bekannter Name auf der Bon Jovi-Gästeliste. Jon stellte sie als „eine tolle Frau mit einer alten Seele und einem schönen Körper“ vor und herein kam Countrystar LeAnn Rimes, extra aus Nashville angereist. Es folgte die Premiere des Duets „Till We Ain’t Strangers Anymore“, eine Mischung aus „Always“ und „Bed Of Roses“, eine gefühlvolle Powerballade, die als Single prädestiniert ist.

Obwohl niemand an diesem Abend einen Cowboyhut trug – nicht einmal Richie – war der 100% akustisch gehaltene Sound sehr countryfreundlich. Klar, wer in den 80ern mit den euphorischen Stadionrock-Hymnen von „Slippery When Wet“ und „New Jersey“ auf dem Walkman seine erste Jeansjacke kaufte oder in den 90ern lieber „Keep The Faith“ statt Nirvana hörte, der musste sich erst einmal an die Geigen, dezenten Slide-Gitarren und Mandolinen gewöhnen – und an die Idee, dass „Bon Jovi Unplugged“ dieses Mal nicht nur auf MTV und VH1 sondern in den USA auch auf CMT (Country Music Television) gesendet werden wird. Aber auch wenn von Nashville genauso viel die Rede war wie von New Jersey, eines steht eins fest: Bon Jovi wissen, woher sie kommen und werden es nie vergessen. Sie entwickeln sich weiter, bleiben aber immer die Alten und geben ihren Fans das, was sie wollen. Denn eine 25-Jahre alte Band, die in einem Zug ein Orchester dirigiert, den Emo-Kids zeigt, wie man richtig rockt, und Sekunden später LeAnn Rimes in die Arme nimmt, die kann einfach alles und hat noch Einiges vor.

Sven Philipp
Brooklyn, New York


Set List

Who Says You Can’t Go Home
Whole Lot Of Leavin’
Lost Highway
Livin’ On A Prayer
Bed Of Roses
(You Want To) Make A Memory
Till We Ain’t Strangers Anymore (with LeAnn Rimes)
We Got It Goin’ On
The Last Night
Born To Be My Baby
Joey
Hallelujah (by Leonard Cohen)
It’s My Life (with Tyson Ritter and Nick Wheeler)
Keep The Faith
You Give Love A Bad Name
Any Other Day
I’ll Be There For You
Someday I’ll Be Saturday Night
Wanted Dead Or Alive
16.11.2007

Top Album

  • Bon Jovi
    |
    These Days

    Erscheinungsdatum: 01.02.2011 Erscheinungsdatum: 2011 CD | Album Tonträger Audio Format: CD Label: Mercury | Bestellnr.: 0602527361758 Mercury
    Artist: Bon Jovi

Top Video